Viele Lieder könnte man mittlerweile auf
Tom Walkinshaw anstimmen. Die etwas ältere Generation könnte passender
Weise auf den Neue Deutsche Welle Klassiker von Peter Schilling
"Völlig losgelöst" einstimmen, in dem Major Tom in diesem
Falle keine Rakete fliegt, sondern einen Rennstall leitet. Völlig
losgelöst hat sich der Rennstallbesitzer schon öfter von bestehenden
Verträgen.
Der Leidtragende, in diesem Fall: Jos
Verstappen!
Arrows-Chef
Walkinshaw hat sich kurz vor Beginn der Saison doch noch dazu entschlossen
seinen holländischen Piloten durch Heinz-Harald
Frentzen zu ersetzen. Jetzt kommen die "Echt" Fans zum
Zuge, und alle: "Er hat es getan, es war nicht das erste Mal..."
Wieder muss durch den Engländer bestätigt werden, dass ein Vertrag in
der heutigen Formel 1 nicht unbedingt eine Lizenz zum Fahren ist. Major
Tom hat schon in den Vorjahren bewiesen, wie viel ihm Verträge wert sind.
Im letzten Jahr musste Pedro de la
Rosa kurz vor Saisonbeginn dran glauben. Er wurde durch Red Bull Protege
Enrique
Bernoldi ersetzt.
Davor war auch schon Pedro Diniz in die missliche Lage gekommen, seinen
Vertrag nicht zu erfüllen, weil er kurz vorher geschasst wurde. In der
Beziehung ist man bei Arrows besonders konsequent. Nun ist Konsequenz
eigentlich keine schlechte Tugend, doch in diesen Fällen wohl eher eine
Sauerei!
So richtig freuen kann man sich unter
diesen Umständen n icht,
dass Heinz Harald der Formel 1 erhalten bleibt, wird doch durch seine
Verpflichtung der "Passmaster" aus dem Feld der
Königsklassen-Fahrer verbannt. Zudem stehen die Chancen für Jos gleich
Null, jetzt noch ein Cockpit zu ergattern. Sogar als Testfahrer anzuheuern
dürfte zu diesem Zeitpunkt eher schlecht sein.
Walkinshaw zieht sich dabei schön aus der Affäre. Durch das Warten auf
Prost musste sich Frentzen wahrscheinlich bei Arrows als Discountfahrer
anbieten und Tom spart sich wieder die Hacken ab.
Besonders ärgerlich für Verstappen ist
jedoch die Tatsache, dass er im Glauben an seinen Vertrag die Angebote
anderer Teams (Testfahrer bei Ferrari, d.Red) ausgeschlagen hat. Jetzt
bleibt dem Niederländer nur noch die Chance, gegen Arrows zu Klagen und
zur Not sein Cockpit durch eine einstweilige Verfügung zu sichern. Wie
sinnvoll solche Aktionen sind, darüber lässt sich streiten. Aber
verdient hätte der Brite das allemal. Das Mindeste womit zu rechnen ist,
wäre eine finanzielle Entschädigung. Unlängst musste der abgehobene
Major Tom eine Vertragsstrafe in Höhe von 600.000 an Pedro Diniz
zahlen.
Nun ja, Geldstrafe hin oder her, wenn
nicht mal einer der Oberen dem Tom ein paar auf die Finger haut, wird er
wohl immer so weiter machen. Er ist ja schon oft genug damit
durchgekommen. Peinliche Aktion kann ich nur dazu sagen. Und wenn der
eigene Fahrer durch seinen Ersatz erst aus dem Internet erfährt, dann
stellt man sich doch schon ein Armutszeugnis aus und der Fan muss sich
fragen, wie viel Stolz hat dieser Mann eigentlich, dass er nie zu seinem
Wort steht?
Entschuldigung,
aber was der Kerl dort macht ist doch echt einen Haufen Scheisse wert!
Also Tom, viel Spass mit dem Shit-Award!
Dirk Leuderalbert
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